EXKLUSIV: Armelle im Gespräch
Am Sonntag, 6. September besuchte Armelle die Eröffnung von LUCAS 2009. Wir sprachen die französische Darstellerin, im Film Partnerin von Gérard Depardieu, nach der Deutschlandpremiere des LUCAS-Eröffnungsfilms DIE KINDER VON TIMPELBACH.
Du hast bereits in vielen Filmen mitgespielt. Was war das Besondere an DIE KINDER VON TIMPELBACH?
Als ich den Regisseur Nicolas Bary 2002 kennen lernte, fragte er mich, ob ich in seinem Kurzfilm BEFORE mitspielen möchte. Mit diesem Kurzfilm begann Bary seinen Traum, die Buchvorlage von Henry Winterfeld zu verfilmen, in die Tat umzusetzen. BEFORE besteht nur aus einer Szene – der ersten Szene der Geschichte. Fünf Jahre später wurde mit DIE KINDER VON TIMPELBACH die gesamte Vorlage verfilmt. Es war sehr merkwürdig, die gleiche Szene Jahre später noch einmal zu spielen.Außerdem konnte ich mit Gérard Depardieu zusammenarbeiten. Bei meiner ersten Rolle als Schauspielerin vor 15 Jahren, musste ich genau einen Satz sagen und zwar zu Gérard Depardieu. Es war toll, nach so langer Zeit wieder mit ihm zusammenzuarbeiten.
Du spielst die gemeine und etwas verrückte Lehrerin Frau Crobac. War es eine Herausforderung für Dich, eine weniger liebenswerte Person zu spielen?
Ich liebe Disneyfilme und konnte mich schon immer für die bösartigen Figuren begeistern – für die Stiefmutter von Schneewittchen zum Beispiel. Frau Crobac zu spielen hat sehr viel Spaß gemacht, vor allem, weil sie so eine spannende Figur ist. Sie verhält sich beinahe wie in einem Märchen gekünstelt böse und sehnt sich am Ende doch nur nach Liebe.
Im Film lehnen sich die Kinder gegen die Eltern auf und bringen sie dazu, das Dorf zu verlassen. Welche Botschaft vermittelt der Film?
Es geht um Freiheit und darum zu begreifen, was Freiheit bedeutet. Um alleine im Dorf zu bestehen, müssen die Kinder ganz schnell erwachsen werden. Sie lernen, was es heißt, das eigene Leben selbstständig organisieren zu müssen. Die Kinder realisieren erst, dass sie ihre Eltern brauchen, als diese weg sind und begreifen, dass es mit den Erwachsenen vielleicht doch nicht so schlecht ist.
Die Kinder sind großartige Darsteller. Hatten sie bereits Schauspielerfahrung oder gab es jemanden, der ihnen beigebracht hat, vor der Kamera so natürlich zu spielen?
Nicolas Bary ist wunderbar mit den Kindern umgegangen. Er hat sich um sie gekümmert und sie unterstützt, fast wie ein großer Bruder. Es war eine großartige Erfahrung, mit ihm und den Kindern zusammenzuarbeiten.
Sicherlich mussten die Kinder während der Dreharbeiten auch in die Schule gehen. Wie lange hat es denn letztlich gedauert, bis alle Szenen gedreht waren?
Die Kinder hatten ein extra Programm, das einige Stunden Unterricht am Tag vorsah. Dafür gab es einen Lehrer am Set. Den Rest des Tages konnten wir drehen. Insgesamt dauerte der Dreh vier Monate.
Die Schauplätze von DIE KINDER VON TIMPELBACH sind wunderschön gestaltet und die Landschaft wirkt phantastisch. Wo wurde der Film gedreht?
In Luxemburg und in Belgien. Man kann nicht so genau sagen, wo die Geschichte spielt. Es ist eine märchenhafte Welt, wobei die Namen Manfred oder Thomas auf Deutschland hinweisen. Vielleicht spielt DIE KINDER VON TIMPELBACH in einer Grenzregion zwischen Frankreich und Deutschland, dem Elsass zum Beispiel.
Was sind Deine aktuellen Projekte?
Ich mache zur Zeit viel mit Kindern. An Weihnachten habe ich beispielsweise in Paris im Olympia Theater bei „Scoobidoo“ mitgespielt, ein Theaterstück für Kinder. Da war ich übrigens auch die „Böse“ (lacht).
Armelle ist seit den 1990er Jahren in mehr als 40 TV- und Filmrollen zu sehen - unter anderem in der Serie MAIGRET und dem Kino-Welterfolg DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE (2001) an der Seite von Audrey Tautou.


