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EXKLUSIV: Graham Lester George im Gespräch

Der Drehbuchautor Graham Lester George schreibt viele Geschichten, die im Kino und Fernsehen zu sehen sind. Am Donnerstag erzählte er uns in der LUCAS-Lounge von seiner Arbeit am Kurzfilm WASHDAYS.

 

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Du hast schon sehr viele Drehbücher geschrieben, auch fürs Fernsehen und Radio. Wie bist du dazu gekommen? 

Es ist wohl eine Mischung aus der Leidenschaft fürs Geschichtenschreiben und der Notwendigkeit Geld zu verdienen.

 

Wie genau muss man sich das vorstellen, wenn du eine Geschichte entwickelst? 

Anfangs habe ich eine Idee und darüber mache ich mir dann viele Gedanken. Ich überlege mir genau, wie die Figuren wohl aussehen, die in der Geschichte ein Rolle spielen. Dafür habe ich immer einen, der mich ganz viel über die Figuren fragt: wie sie aussehen, ob sie eine Familie haben, wie ihre Freunde sind, welche Eigenschaften sie haben und so weiter. Wenn alle Fragen beantwortet sind, habe ich ein richtig klares Bild der Figuren und ihrer Geschichte im meinem Kopf und fange an alles aufzuschreiben.

 

Und woher kommen deine Ideen?

Aus der Zeitung, aus meinen eigenen Erinnerungen oder aus Geschichten, die andere Leute mir erzählt haben. Außerdem beobachte ich auch gerne Menschen und bastele mir dann aus all den verschiedenen Eindrücken meine Geschichte.

 

Ein richtiges Drehbuch haben sicherlich noch nicht so viele Kinder gesehen, die hier bei LUCAS sind. Normale Bücher kennt aber jeder. Was ist denn der Unterschied?  

Ich denke, es ist einfacher ein Buch zu schreiben als ein Drehbuch. Beim Buch hat man viel mehr Freiheiten. Im Drehbuch steht zwar auch die Handlung, aber es ist auch ein sehr technisches Dokument. Dort ist genau geschrieben, wie das Licht sein muss, welche Personen im Raum sind oder wo die Kamera steht. Außerdem muss man zum Beispiel immer die Ökonomie des Bugets bedenken. Das bedeutet, dass die Geschichte nicht in einem Schloss spielen kann, wenn man nachher kein Geld hat, auf einem Schloss zu drehen.

 

Man sagt, dass ein Film nur gut werden kann, wenn man ein gutes Drehbuch hat. Warum?  

Man kann das vielleicht mit dem Fundament von einem Haus vergleichen. Wenn es schlecht ist, dann fällt das Haus zusammen.  

 

WASHDAYS handelt von Kyle, der nachts ins Bett nässt, obwohl er schon 11 Jahre alt ist. Das ist ein sehr schwieriges Thema und im Film herrscht eine ganz spezielle Atmosphäre. Steht das auch schon alles im Drehbuch fest?

Teilweise ja. Ich habe genau beschrieben, wie ich mir die Häuser vorstelle und dass es regnerisch und trüb sein soll. Ich wollte, dass die Gegend, in der Kyle mit seiner Mutter lebt, ein bisschen schmuddelig, kaputt und alt aussieht. Im Drehbuch versuche ich immer Dinge zu beschreiben, die der Kameramann oder der Regisseur dann umsetzen können. Die Farbgestaltung ist beispielsweise der Stil des Kameramanns.  

 

Ist es dem Darsteller von Kyle schwer gefallen, diese Rolle zu spielen und ist er dafür vielleicht sogar ausgelacht worden? 

Obwohl es sein erster Film war, ist er ein phantastischer Schauspieler. Seine Art zu spielen ist sehr zurückhaltend, aber seine Gesichtszüge haben uns immer wieder überrascht. Er ist ein starker Junge und ich glaube er hatte nie das Gefühl, er müsste sich für etwas schämen. Vier Tage bevor wir den Film drehen wollten, gab es noch niemanden für die Rolle und wir waren kurz davor, den Film nicht zu machen. Dann kam der Junge kurz vor Ende des Castings und wir wussten alle sofort: Er ist der Richtige für die Rolle des Kyle. 

 

Graham Lester George arbeitet bereits seit geraumer Zeit für die BBC und schreibt seit 2001 Drehbücher für die Folgen der TV-Serie „Doctors“. WASHDAYS läuft derzeit auf verschiedenen internationalen Filmfestivals und erhielt bereits den Hauptpreis des Rushes Soho Short Festival.


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