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EXKLUSIV: Sophie Roze im Gespräch

Sophie Roze schaut nicht nur interessiert die Filme ihrer Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt, sondern steht in jeder freien Minuten Rede und Antwort zu ihrem ersten Kurzfilm. Auch Kristina und Marlen sprachen heute, den 9. September mit ihr über ihre Arbeit als Filmemacherin.

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In deinem Film JOSEPHS SCHNECKEN gibt es wahnsinnig schöne Figuren, die sehr liebevoll gestaltet sind. Wie genau wurden Joseph und seine Freunde gemacht?

Wir haben kleine Puppen aus Pappmaschee gebastelt und sie nachher angemalt. Arme und Beine waren aus Silikon und weil wir die Figuren ständig bewegten, mussten wir davon sehr viele machen. Dafür hatten wir aber zum Glück Formen, in die das Silikon gegossen wurde. Außerdem wurde der ganze Körper mit Draht verstärkt, damit zum Beispiel die Arme auch winken können und nicht bloß schlaff am Körper herunter hängen.

 

Und wie genau hast du die Puppen zum Leben erweckt?

Wir haben mit einer normalen Kamera ein Bild von einer Szene gemacht, die Figuren ein ganz kleines bisschen bewegt, zum Beispiel die Beine, wenn sie laufen sollten, und dann wieder ein Foto gemacht. Wenn man am Ende alle Bilder hintereinander abspielt, entsteht eine Bewegung. Genau wie beim Daumenkino.

 

Das war sicherlich sehr viel Arbeit?

Animationen dauern immer sehr lange, insgesamt habe ich zwei Jahre daran gearbeitet. Nachdem das Drehbuch fertig war, dauerte es erst einmal ein ganzes Jahr bis ich genügend Geld gesammelt hatte, um den Film drehen zu können. Um die Schauplätze zu basteln, die Puppen zu gestalten, zu drehen und nachher alles zu bearbeiten, haben wir ca. 10 Monate Zeit gebraucht.

 

Du spricht immer von „wir“. Wie viele Personen haben dir denn geholfen, den Film zu machen?

Ich glaube, es waren 15 Leute, die daran gearbeitet haben. Alleine vier Personen haben sich um die Gestaltung der Puppen gekümmert, zwei haben die vielen Fotos gemacht und sie am Ende animiert, zwei waren für das Licht zuständig und noch einige andere für die Kulisse, den Schnitt oder den Ton.

 

Bei Animationen denkt man immer sofort an Computertechnik. Hast du auch einiges mit dem Computer gemacht?

Ich wollte ehrlich gesagt so wenig wie möglich mit dem Computer arbeiten, aber manchmal geht es nicht anders. In der Szene, in der Joseph von der großen Schnecke verschluckt wird, mussten wir zum Beispiel mit Computertechnik nachhelfen, damit es gut aussieht.

 

JOSEPHS SCHNECKEN ist ein Film über Freundschaft und darüber wie wichtig es ist, sich nicht immer in sein Schneckenhaus zu verkriechen. Was war dir so wichtig an diesem Thema?

Ich wollte verschiedene Dinge ansprechen. Erst einmal ging es mir darum über die Schüchternheit von Kindern zu sprechen. Meine kleine Schwester hat mich dabei inspiriert, sie hat sich in der Schule oft ähnlich verhalten wie der kleine Joseph. Und ich selbst habe früher sehr gerne mit Schnecken gespielt und sie mir auf meinen Arm gesetzt. Außerdem war es mir wichtig zu zeigen, was mit den Menschen passiert, wenn sie sich nur auf sich selbst konzentrieren – sie werden einsam und das ist nicht gut.

 

 

Die französische Filmemacherin wurde 1979 geboren und wendete sich nach ihrem Studium der Geschichte und Kunstgeschichte dem Animationsfilm zu.

 


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