EXKLUSIV: Ying Liu im Gespräch
Gemeinsam mit Festivalreporterin Valentine, die einen Blog auf der Homepage des KI.KA, dem Kinderkanal von ARD und ZDF, schreibt, trafen wir in der LUCAS-Woche Produzentin Ying Liu des chinesischen Langfilms SONNENBLUMENKERNE.
Manche Szenen in SONNENBLUMENKERNE sind ziemlich brutal und nichts für schwache Nerven. Wie waren denn die Reaktionen in China auf den Film?
Ich kann nicht sagen, wie der Film Kindern gefällt. Bisher lief er nur auf dem einem Festival in Peking und dort haben ihn nur Erwachsene gesehen. Wenn man in der Stadt aufgewachsen ist, kann ich mir schon vorstellen, dass es schlimm ist zuzusehen, wie ein Tier geschlachtet wird. Für Kinder auf dem Land ist das aber recht normal, schließlich braucht man etwas zu essen.
Wie ist der Regisseur Ating Wei denn auf die Idee gekommen, diesen Film zu machen?
Er ist selbst in einem kleinen chinesischen Dorf aufgewachsen. Es sind also vor allem seine eigenen Kindheitserinnerungen, die ihn inspiriert haben, SONNENBLUMENKERNE zu drehen.
Aber der Schauplatz ist sicher nicht das Dorf von Ating Wei...
Nein, wir haben die Geschichte in der Nähe der Mongolei gedreht, ungefähr 200 Kilometer nördlich von Peking.
Wie lange hat es gedauert, bis aus der Idee ein fertiger Filme wurde?
Insgesamt haben wir zwei Jahre daran gearbeitet. Eigentlich haben die Dreharbeiten nur zwei bis drei Monate gedauert. Aber wir brauchten Aufnahmen im Sommer, Herbst und Winter und so mussten wir den Film in drei Phasen filmen. Außerdem ist es nicht einfach mit Kindern und Tieren zu drehen, da braucht man einfach mehr Zeit, bis alle Szenen richtig gut sind.
Wie eng hat der Regisseur mit dir als Produzentin zusammengearbeitet?
Sehr eng. Wir haben uns oft getroffen und gemeinsam über alles gesprochen. Viele Entscheidungen haben wir gemeinsam getroffen, aber das letzte Wort hat natürlich der Regisseur, schließlich ist es sein Film.
Habt ihr vor SONNENBLUMENKERNE auch schon mal zusammen gearbeitet?
Ich habe sehr lange für eine belgische Produktionsfirma gearbeitet. Vor zwei Jahren habe ich Ating Wei kennen gelernt und seither mache ich chinesische Filme mit ihm zusammen. Nach SONNENBLUMENKERNE haben wir einen zweiten Film gemeinsam gedreht – die Dokumentation YOU AND ME.
Worum geht es denn in YOU AND ME?
Das ist sozusagen die Fortsetzung des ersten Films. 10 Kinder aus Singapur haben eine Woche lang in dem Dorf aus SONNENBLUMENKERNE verbracht. Wir haben beobachtet, wie sich die Jungen und Mädchen aus einer riesigen Stadt wie Singapur auf dem einfachen Land zurechtfinden. Das war sehr spannend.


